Erstmals Raser wegen Mordes verurteilt

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Flo
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Re: Erstmals Raser wegen Mordes verurteilt

Beitrag von Flo » Mi 27. Mär 2019, 17:59

A6 Avant V6 TDI hat geschrieben:
Mi 27. Mär 2019, 13:39
Dass 380 PS in der Regel besser beschleunigen als 225 PS, das sollte doch jedem klar sein... :kopfwand:
Aber wohl nicht Hamdi H. :kopfwand: :irre: :lachtot:

Allein schon solche Drag Strip-Rennen sind doch komplett hirnlos und wer da mitmacht sowieso. Das einzige, was der Fahrer bei sowas wirklich über seine Fähigkeiten covern kann, ist die Reaktionszeit, wenn die Ampel umspringt. Nach diesen 0,x Sekunden ist die ganze Sache gelaufen. Alles weitere liegt am Auto...insbesondere bei Automatikgetrieben. Und mit "Launch Control" hat der Fahrer ja noch weniger Einflussmöglichkeiten....insofern ein Längenvergleich für Dummbatzen ;)


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Flo
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Re: Erstmals Raser wegen Mordes verurteilt

Beitrag von Flo » Mi 3. Jul 2019, 17:01

TÖDLICHE FAHRT MIT MIETWAGEN

Mordanklage gegen Jaguar-Raser in Stuttgart

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat am Mittwoch einen jungen Jaguar-Fahrer wegen Mordes angeklagt. Er soll verantwortlich sein für den Tod zweier Menschen im März in Stuttgart. Es ist der erste Prozess dieser Art in Baden-Württemberg.

Die Anklage wurde bei einer Jugendkammer des Stuttgarter Landgerichts eingereicht. Neben Mord wirft die Staatsanwaltschaft dem 20-jährigen Angeklagten, der in Untersuchungshaft sitzt, vorsätzliche verbotene Fortbewegung im Straßenverkehr und vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung vor.

Er soll mit seiner Fahrweise den Tod anderer Verkehrsteilnehmer zumindest billigend in Kauf genommen haben. Der Unfall hatte sich in der Stuttgarter Rosensteinstraße ereignet, als der Jaguarfahrer einem anderen Auto auswich und dabei die Kontrolle über seinen Mietwagen verlor. Laut Staatsanwaltschaft prallte er mit circa 100 bis 110 Kilometern pro Stunde auf einen Kleinwagen. Dieser stand zu diesem Zeitpunkt an einer Parkplatzausfahrt. Der 25-jährige Fahrer des Kleinwagens und seine 22-jährige Lebensgefährtin starben noch an der Unfallstelle.

"Vollständig durchgedrücktes Gaspedal"

Wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart mitteilte, soll der Fahrer des 550 PS starken Jaguars bei vollständig durchgedrücktem Gaspedal zuvor zeitweise sogar mit 160 bis 165 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen sein. Erlaubt ist an dieser Stelle Tempo 50. Der 20-Jährige habe die höchstmögliche Geschwindigkeit des Sportwagens austesten wollen und dabei in Kauf genommen, dass es zu Zusammenstößen mit anderen Verkehrsteilnehmern kommen könnte.

Das Gericht muss jetzt entscheiden, ob es die Anklage gegen den 20-Jährigen zulässt und ein Hauptverfahren eröffnet. Welche Erfolgsaussichten die Anklage der Staatsanwaltschaft hat, ist dabei ungewiss.

BGH hat bereits zweimal in einem solchen Fall geurteilt

Vor etwa einem Jahr hatte der Bundesgerichtshof (BGH) ein wichtiges Urteil in einem ähnlichen Fall gefällt. Damals ging es um zwei junge Männer, die sich auf dem Ku‘damm in Berlin ein Rennen geliefert hatten. Dabei wurde ein anderer Autofahrer getötet. Beide Raser waren vom Landgericht Berlin wegen Mordes verurteilt worden.

Der BGH hatte die Urteile danach zwar aufgehoben, weil die Berliner Richter laut BGH ihre Verurteilung nicht sauber genug begründet hatten. Die Richter hatten damals aber auch deutlich gemacht, dass Raser durchaus wegen Mordes verurteilt werden können.

Für eine Verurteilung muss ein Raser vorsätzlich gehandelt haben

Eine Verurteilung wegen Mordes setzt laut SWR-Rechtsredaktion voraus, dass man einem Raser nachweisen kann, dass er vorsätzlich gehandelt hat. Dass ihm bewusst war, dass andere getötet werden können und dass er das in Kauf nimmt und sich damit abfindet. Das muss sehr genau begründet werden.

Im März dieses Jahres hat der BGH nach einem Raserfall in Hamburg eine Verurteilung wegen Mordes bestätigt. Diese BGH-Entscheidungen waren ein klares Signal nach außen, dass Raser in extremen Fällen damit rechnen müssen, wegen Mordes verurteilt zu werden. Dieser Linie folgt nun auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart.

Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wue ... r-100.html
Recht so :^^:


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Re: Erstmals Raser wegen Mordes verurteilt

Beitrag von A6 Avant V6 TDI » Do 4. Jul 2019, 05:46

Also wenn man die mögliche Höchstgeschwindigkeit eines 550 PS-Autos in der Stadt testen will, wo es um Stuttgart rum genügend Autobahnen gibt, ist eine Mordanklage definitiv richtig.

Was dachte der Fahrer eigentlich, wo die bei 550 PS liegt... :kopfwand:. Und wenn die schon auf der Autobahn kaum zu erreichen sein dürfte, in der Stadt definitiv nicht :hilfe: .
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Re: Erstmals Raser wegen Mordes verurteilt

Beitrag von Hoinzi » Do 4. Jul 2019, 06:05

Aber auf der AB sieht ihn doch keiner von seines Buddys.

Typischer Poser halt.
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Re: Erstmals Raser wegen Mordes verurteilt

Beitrag von Flo » Di 20. Aug 2019, 17:05

Jaguar-Raser soll Beweismaterial unterschlagen haben

Bei den Ermittlungen gegen einen jungen Raser hat es einem Medienbericht zufolge eine schwere Panne gegeben. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wollte sich dazu nicht äußern.

Bei dem Unfall am 6. März in der Stuttgarter Innenstadt war ein junges Paar in einem Kleinwagen getötet worden. Ein Mann in einem gemieteten Jaguar-Sportwagen soll ihr Fahrzeug gerammt haben. Der beschuldigte 20-Jährige muss sich deshalb vom 11. September an vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Ihm wird zweifacher Mord vorgeworfen.

Smartphone des Unfallfahrers nicht sofort sichergestellt

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet am Dienstag, die Strafverfolger hätten es "leider versäumt, das Smartphone des Angeschuldigten sofort nach der Tat sicherzustellen". Die Zeitung beruft sich dabei auf die Anklageschrift, die sie habe einsehen können. Noch in der Unfallnacht habe der Angeklagte seine Freunde aufgefordert, alle kompromittierenden Videos über die Spritztouren mit dem Jaguar, an denen sie als Beifahrer teilgenommen hatten, auf ihren Mobiltelefonen zu löschen, schreibt die Zeitung weiter unter Berufung auf die Anklageschrift der Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Auf diese Weise habe der Angeklagte bewusst veranlasst, dass Beweise vernichtet worden seien, die seine Fahrweise dokumentiert hätten, laute das Fazit der Ankläger.

Weitere Details aus der Unfallnacht

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" zitiert aus der Anklage weitere Einzelheiten aus der Unfallnacht. So seien der 20 Jahre alte Kfz-Lehrling und ein Freund eine halbe Stunde vor Mitternacht mit 168 Stundenkilometern durch die Stuttgarter Rosensteinstraße gerast. Bei einem Ausweichmanöver habe er die Kontrolle über das 550 PS starke Fahrzeug verloren und sei in den wartenden Kleinwagen eines jungen Paares geknallt. Die 25 und 22 Jahre alten Insassen, die aus dem Rheinland stammten, seien sofort tot gewesen. Als die Polizei den Todesfahrer zunächst in eine Klinik fuhr, interessierte den Autonarr laut zitierter Anklage vor allem eines: Über welche Motorleistung der Streifenwagen verfügte.

Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/baden-wue ... l-100.html

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Re: Erstmals Raser wegen Mordes verurteilt

Beitrag von Flo » Di 20. Aug 2019, 17:16

Auch interessant in dem Zusammenhang...
Fünf Sekunden bis zum Aufprall. Das weiße Jaguar-Coupé beschleunigt mitten in der Stuttgarter Innenstadt auf 140 Stundenkilometer. Mert T. tritt das Gaspedal durch. So geben es spätere Ermittlungen wider. Der 550-PS-starke Motor brüllt auf, der 20-Jährige wähnt sich im Geschwindigkeitsrausch.

Wie in einem Road-Movie zeigt er seinem Kumpel, der verängstigt neben ihm sitzt, was es heißt, mit so einem Nobel-Schlitten durch die Nacht des 6. März 2019 zu jagen. Den ganzen Tag lang hat er seine Freunde von der Nordbronx-Chat-Gruppe mit dem tonnenschweren Boliden durch die Gegend gefahren. Natürlich mit enormem Speed. Alle sind ganz heiß auf schnelle Karren, und betteln um eine Mitnahme im Jaguar.

[...]


Über all dem vergaßen die Ermittler offenbar, dem Beschuldigten das Handy abzunehmen. Denn noch in derselben Nacht nach dem tödlichen Unfall forderte Mert T. laut den Nachforschungen seine Freunde auf, alle kompromittierenden Videos über die Spritztouren mit dem Jaguar auf ihren Mobiltelefonen zu löschen. Den Strafverfolgern gelang es zwar, einen Teil wiederherzustellen. So fand sich auch ein Clip, auf dem Mert T. mit 274 Stundenkilometern über die A 8 bretterte. „Dennoch ging wichtiges Beweismaterial verloren“, meint Opferanwalt Arnold.

Todesfahrer habe Auto nicht im Griff gehabt

Und so stützt sich die Staatsanwaltschaft in erster Linie auf den Eventdatenspeicher des Jaguars. Das Gerät listet ähnlich einem Flugschreiber die Daten eines Unfalls auf. Demnach beziffert der Speicher das Tempo 2,5 Sekunden vor dem Unfall auf gut 168 Stundenkilometern. Die Auswertung dieses Datenträgers könnte dem Angeklagten zum Verhängnis werden. Bei einer Anhörung vor dem Haftrichter hatte Mert T. noch dreist behauptet, dass er in jenem Tatzeitraum höchstens mit 70 Stundenkilometern unterwegs gewesen sei. Manche seiner Freunde widersprechen dieser Version: Im Verhör bekannten sie, dass der Raser das Auto nicht im Griff gehabt hätte.

Quelle: https://www.google.de/amp/s/amp.focus.d ... 51201.html

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